Kopfbild Unterwegs am Sommerabend
04.10.2015 erstellt von: Dirk Schmidt


Eckpunkte Radweg Deutsche Einheit vorgestellt: Strecke fĂŒhrt durch Kassel und Nordhessen

Ausschnitt Seite BMVI mit offiziellem Logo Radweg Deutsche Einheit

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Planungen fĂŒr den neuen „Radweg Deutsche Einheit“ vorgestellt. Der Radweg soll auf etwa 1.100 Kilometern LĂ€nge Bonn und Berlin verbinden. Die Route soll durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bis nach Berlin fĂŒhren.


Dass der vom Bundesministerium fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur geplante Radweg Deutsche Einheit auf dem hessischen Fuldaradweg R 1 entlang gefĂŒhrt werden soll, betrachtet der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Kassel Stadt und Land als einen GlĂŒcksfall. Dass der Radweg den Landkreis Kassel und die Stadt ĂŒber eine LĂ€nge von fast fĂŒnfzig Kilometern von SĂŒden nach Norden durchquert, ist eine Chance, die beide nicht ungenutzt lassen dĂŒrfen, so JĂŒrgen Vöckel vom ADFC Kassel.

Die vorgesehene FĂŒhrung des Radweges und dessen Ausstattung mit modernen RadstĂ€tten, wo Radwanderer sich ĂŒber die Historie der deutschen Einheit und die touristischen Highlights der Region informieren können, bedeutet eine weitere Aufwertung des Fuldaradweges. Auch die Möglichkeit, sein Elektrofahrrad dort aufladen und einen WLAN-Zugang frei nutzen zu können, sei geradezu zukunftsweisend fĂŒr modernen Radtourismus. Die Stadt Kassel könne man jetzt nur dazu beglĂŒckwĂŒnschen, dass sie den Ausbau des Fuldaradweges bis zur Stadtgrenze in Richtung Fuldatal, der kurz vor dem Abschluss steht, gegen vielerlei WiderstĂ€nde durchgefĂŒhrt hat. Aber auch der Gemeinde Fuldatal, die den R 1 auf ihrem Gebeit bis zur B 3 nĂ€chstes Jahr entprechend ausbaut, muss man fĂŒr diese Entscheidung hohes Lob zollen. Damit haben sich sowohl die Stadt Kassel als auch Fuldatal quasi weitsichtig erspart, die letzten Abschnitte des R 1 mit einer Schotter- und SchlammwĂŒste fĂŒr den Radweg Deutsche Einheit bereitzustellen.

Aus Sicht des ADFC sollte eine der vorgsehenen RadstĂ€tten in der Stadt sowie drei, eine im sĂŒdlichen und zwei im nördlichen Landkreis eingerichtet werden. Kriterien fĂŒr die Standortwahl sollten nahegelegene radfahrerfreundliche Gastbetriebe und FahrradwerkstĂ€tten sein. Wenig sinnvoll sei, die RadstĂ€tten in abgelegenen Gegenden einzurichten, wo die notwendige Infrastruktur fĂŒr Radwanderer fehlt und zudem die RadstĂ€tten stĂ€ndig von Vandalismus bedroht sind, so der ADFC Kassel.

In diesem Zusammenhang weist der ADFC auf ein Problem hin, dass bei der Einrichtung des Radweges Deutsche Einheit auf seiner ganzen LĂ€nge zufriedenstellend gelöst sein muss. Nach den bisherigen Finanzierungsregelungen sind die Kommunen fĂŒr die Betreuung und Pflege von Radwegen zustĂ€ndig. Es sei jedoch nicht hinnehmbar, dass sich das Bundesministerium öffentlich mit der Einrichtung eines Radweges Deutsche Einheit schmĂŒckt, dafĂŒr Millionen an Steuergeldern aufwendet und dann die am Radweg gelegenen Kommunen mit dem finanziellen Aufwand fĂŒr Betreuung und Pflege allein lĂ€sst. Insbesondere die RadstĂ€tten mit ihrer technischen Einrichtung können sich da sehr schnell zu einer Kostenfalle fĂŒr die Kommunen entwickeln, so Vöckel. Und bei der höchst unterschiedlichen Finanzkraft der Kommunen werde dann innerhalb kĂŒrzester Zeit die QualitĂ€t des mit Millionenaufwand eingerichteten Radweges stĂ€ndig abnehmen und dieser dann bald als abschreckendes Beispiel fĂŒr ein ansonsten sinnvolles Projekt betrachtet werden. Deshalb mĂŒsse das Bundesverkehrsministerium, dass bekanntlich ja auch dĂŒr die digitale Infrastruktur zustĂ€ndig sei, mindestens die Kosten fĂŒr die Betreuung und Pflege der RadstĂ€tten dauerhaft ĂŒbernehmen. Andernfalls werde sich keine Kommune bereitfinden, einer Stationierung auf ihrem Gebiet zuzustimmen, so Vöckel abschließend.

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Pressemitteilung ADFC-Bundesverband



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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Planungen fĂŒr den neuen „Radweg Deutsche Einheit“ vorgestellt. Der Radweg soll auf etwa 1.100 Kilometern LĂ€nge Bonn und Berlin verbinden. Die Route soll durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bis nach Berlin fĂŒhren.

Das Bundesverkehrsministerium errichtet den „Radweg Deutsche Einheit“ gemeinsam mit den BundeslĂ€ndern. FĂŒr Pausen und Erkundungen werden moderne „RadstĂ€tten“ aufgebaut und mit Solartechnik betrieben. Sie sollen kostenfreies WLAN haben und digitale Infos zur Strecke und Umgebung bieten, die ĂŒber Touchpads bedient werden. Lademöglichkeiten fĂŒr ElektrofahrrĂ€der und Smartphones soll es ebenso geben wie Apps zum „Radweg Deutsche Einheit“.

RadstÀtten weisen den Weg
Dobrindt: „Er steht symbolisch dafĂŒr, wie Deutschland zusammengewachsen ist. Zugleich weist der „Radweg Deutsche Einheit“ den Weg in die digitale Zukunft: „RadstĂ€tten“ mit kostenfreiem High-Speed-Internet, Lademöglichkeiten fĂŒr E-Bikes und Smartphones sowie digitalen Informationen zu Route und Umgebung schaffen ein einmaliges, modernes Radwander-Erlebnis.“

Bundesverkehrsminister Dobrindt stellte das Projekt „Radweg Deutsche Einheit“ auf einem Festakt zu „25 Jahre Deutsche Einheit“ im BMVI in Berlin vor und sagte: „Beim Sprung in die MobilitĂ€t 4.0 wird vielleicht nicht das Auto, sondern das Fahrrad eine ganz bedeutende Rolle spielen."

Vorbild fĂŒr den Alltagsradverkehr
Burkhard Stork, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des ADFC, sagte nach der PrĂ€sentation: „Wenn sich der Bundesverkehrsminister fĂŒr das Radfahren engagiert, dann ist das eine gute Nachricht. Deutschland gilt mit ĂŒber 16.000 ADFC-geprĂŒften Radfernwegekilometern weltweit zur Recht als Top-Adresse fĂŒr Radtouristen. Das ist auch ein Verdienst des ADFC. Wir wĂŒnschen uns, dass das Vorzeigeprojekt „Radweg Deutsche Einheit“ auch fĂŒr den Alltagsradverkehr Impulse setzt."

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Pressemitteilung ADFC-Bundesverband


Streckenverlauf u. a. in Hessen

Von Bonn geht es den Rhein aufwÀrts bis Koblenz.

Die Route erreicht von Koblenz kommend bei Limburg hessischen Boden. Der Lahntal-Radweg dient als Ersatz fĂŒr die D4-Route im Siegtal, die ein lĂ€ngeres LĂŒckenschlussproblem besitzt. Bei Cölbe nördlich Marburg wird die D4 schließlich angefahren. Von hier geht es der D4 folgend bis Niederaula an die Fulda. Hier nutzt die D4 auch den attraktiven Bahnradweg RotkĂ€ppchenland. Ab Niederaula folgt der Radweg Deutsche Einheit der D9 entlang Fulda und Weser via Bad Karlshafen bis Holzminden.

Hier schwenkt die Radroute nach Osten und folgt der D3 nördlich am Harz vorbei. Auf der D3 via Dessau-Roßlau, Lutherstadt (Wittenberg) und Potsdam erreicht der Radweg Deutsche Einheit schließlich Berlin.

umfangreiche Projektinformationen zum Planungsstand der Route auf der Seite des BMVI


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