Auf nach Gudensberg

Die schöne Streckentour führt ab Kassel-Rondell auf zu 90% KFZ-freien Wegen entlang von Fulda, Eder und der Kleinbahn in das Fachwerkstädtchen Gudensberg im schönem Chattengau. Hin- und Rückfahrt ab Kassel-Rondell 56 km. Mit Regiotram bis Bahnhof Grifte auf 15 km verkürzbar.

Fachwerkstädtchen Gudensberg: Blick durch die Hundgasse zum alten Markt
Fachwerkstädtchen Gudensberg: Blick durch die Hundgasse zum alten Markt

Vom Rondell in geht es über die Karl-Branner-Brücke hinüber in die Unterneustadt. Karl-Branner (1910 - 1997) war von 1963 bis 1975 Oberbürgermeister von Kassel. Auf der Fahrradstraße "Blücherstraße" verlassen wir die Unterneustadt Richtung Süden.

An der Schwimmbadbrücke kommt ein großes "F" in Sicht. Das Holz-F ist Teil eines regionalen Kunstwerks und eine offene Büchertauschstelle. Nun führt die Strecke weiter durch die Fuldaaue Richtung Messe. Kurz nach der Schwimmbadbrücke kann man linkerhand einen Stop am Vogelbeobachtungspunkt einlegen.

Südlich der Messe wird es an A49 und am straßenbegleitenden Radweg kurzzeitig laut. Nächstes Ziel ist Bergshausen, dass mit mit einer netten Fuldapromenade aufwarten kann. Hier gibt es Ausflugsgastronomie.

Die mächtige Hochbrücke der A 44 ist hier unübersehbar. Das Bauwerk wurde 1941 begonnen und dann nach dem II. Weltkrieg zwischen 1959 und 1963 vollendet. Bereits 2008 wurden Abriss und kompletter Neubau der Brücke beschlossen. In diesem Zusammenhang soll auch der Lärmschutz für Bergshausen am Bauwerk verbessert werden. 2013 war in der HNA mal zulesen, dass die Brücke bis 2015 abgerissen werden soll und bis 2018 neu erricht wird. Der Neubau soll 6-streifig errichtet werden.

Aktuell hat die Brücke 4 Fahrstreifen. 2013 wurden auch noch verschiedene Varianten geprüft: U. a. wurde geprüft die Brücke etwas weiter südlich neu zu errichten.

Nun führt uns der Fuldaradweg R 1 selbst über eine Brücke. Und zwar über ein etwas spezielles Bauwerk: Eine Betonbrücke mit Dach. Das Dach ist hier nur Zierde und hat mit der tragenden Konstruktion der Brücke (wie bei den überdachten Holzfachwerkbrücken im Alpenraum) nichts zu tun. Kurz danach geht es bei Dennhausen gleich wieder die nächste Fuldaquerung. Achtung: Auf der Brücke ist je nach Zeitpunkt recht viel Verkehr!

Nun umrunden wir Dittershausen-Dennhausen nördlich. Linkerhand lädt ein Biergarten zur Rast ein.

Westlich Dittershausen queren wir bereits wieder die Fulda. Im Bereich des Prallhangs unterqueren wir die Fuldabrücke der ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover <-> Würzburg. Die mit bis zu 280 km/h befahrene Fernstrecke
wurde als erste längere deutsche Schnellfahrstrecke zwischen 1973 und 1991 erbaut. Die Strecke ist 327 km lang und quert mit zahlreichen Tunnel und Brücken große Teile des deutschen Mittelgebirgsgürtels.

Nun ist es nicht mehr weit bis Guntershausen, das zur Stadt Baunatal gehört. Nach einer Sägewerksdurchfahrt (Achtung evtl. Werksverkehr) findet man an der Fulda linkerhand den Rastplatz "Alex Ruh" (leider ohne Schutzhütte). Alex Ruh wurde nach einen syrischstämmigen Zimmermann benannt, der lange in Guntershausen lebte. Als Verdienst für seine vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Dorfgemeinschaft Guntershausen wurde der Rastplatz nach ihm benannt.

Am Verzweig R 1 /Eder-Radweg kommt die letzte große Brücke dieser Tour in Sicht: Das Eisenbahnviadukt der Strecke Kassel - Bebra. Eine Tafel des ECO-Pfads informiert über die Historie des Bauwerks.

Nun radeln wir sehr schön direkt an der Fulda Richtung Grifte. Dieses neue Stück des Eder-Radwegs wurde übrigens 2012 eröffnet. Der Weg ist hochwassergefährdet. Ab einem Pegelstand der Fulda von etwa 215-220 cm am Pegel Gunterhausen überflutet die Fulda den Weg aber nach und nach. Bis zu einem Pegel von 225 cm dürfte der Weg aber noch fahrbar sein, da das Wasser nur wenige Zentimeter tief ist. Dann kann man auch noch seitlich in die hangseitige Wiese ausweichen. Der aktuelle Pegelstand Guntershausen ist hier eingesehbar. Sperren weisen auf den bei Hochwasser geschlossenen Wegabschnitt hin.

Dann muss man bereits ab Gunterhausen Ortmitte auf der Kreisstraße über die Höhe nach Grifte radeln (etwa 50 Höhenmeter).

Vor Grifte kann man im Wiesengelände links einen kleinen Abstecher zur Edermündung machen. Hier steht ein Mündungsdenkmal als Kunstwerk des Grifter Heimatvereins. Die Eder bringt übrigens mehr Wasser mit als die Fulda. Trotzdem mündet hier die

Eder in die Fulda und nicht umgekehrt.

Nach Querung des Kreisels Grifte kann man sich in einem der beiden Supermärkte individuell verpflegen. Nachdem wir südlich Bahnhof Grifte (z. T. Treppen zu den Bahsnteigen) die Main-Weser-Bahn unterquert haben gelangen wir nach zwei Kehren auf die Trassen der ehemaligen Kleinbahn Grifte-Gudensberg. Die 7,7 km lange normalspurige Kleinbahn wurde 1899 eröffnet. Zwischen 1931 und 1953 verkehrte auf der Strecke ein Henschelschienenbus. 1954 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs und 1979 wurde der Güterverkehr still gelegt. Alte Bilder (u. a. des schmucken Schienenbusses) und weitere Infos zur Bahnhistorie sind auf der privaten
Bahnseite von Volker Crede aus Kassen zu finden.

Durch einen "grünen Tunnel " im landschaftlich schönem Prallhang der Eder führt der Route nun leicht ansteigend Richtung Haldorf. An einer Stelle wurde der Hang frei geschnitten. So kann man hier an einer Bank wieder den Blick Richtung Eder genießen. Achtung: Absturzgefahr. Es fehlt eigentlich ein Geländer.

Kurz vor Haldorf gibt es einen Rastplatz. Leider fehlt auch hier eine Schutzhütte. Nach Querung der Kreisstraße findet man links des Weges einen kleinen Spielplatz.

Ab Haldorf ist die Strecke nun asphaltiert. Die von Gudensberg kommende ältere Asphaltstrecke wurde dazu verlängert. Es bestehen übrigens Pläne auch die Strecke im Prallhang der Eder zu asphaltieren. Weiteres ist dazu im Detail aber nicht bekannt.

Ab Haldorf öffnet sich die Landschaft. Es ergeben sich schöne Talblicke richtung Osten. Zwischen Dissen und und Gudensberg kommt man am einem gut ausgestatten Rastplatz mit Schutzhütte, Bänke und tisch und einem Wassertretbecken vorbei. Seit 2013 gibt es sogar auch einen Barfußpfad.

In Gudensberg das Fahrrad im Bereich der Fußgängerzone am Rathaus abstellen und über den schmucken alten Markt zur Ruine Aufsteigen.

Achtung: Die GPS-Spur schließt in Gudensberg den Fußweg auf die Burgruine mit ein. Hier das Fahrrad unten am Rathaus stehen lassen. Der sehr steile Schotterweg zur Burg ist nichts zum Radfahren und für Radfahrer sowieso gesperrt!

Eine tolle Rundsicht über die Hügel des Chattengaus wartet als Belohnung und Höhepunkt dieser Radtour!

Radwanderkarte: ADFC-Regionalkarte Kassel / Nordhessen 1:7500 4. erweiterte Auflage 2014

Hin- und Rückweg 56 km; per Regiotram verkürzbar auf bis zu 18 km

Anmerkung: Kartenvorschau in der GPS-Seite funktioniert nicht mehr (unbekanntes Entwicklerproblem des Systems), der GPS-Pfad kann für Smartphones bzw. GPS-Geräte aber noch dort heruntergeladen werden.

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