Unterwegs: Landrattour  September 2011 bei Istha
14.04.2020 erstellt von: Udo Stumpf


Mehr Platz für aktive Mobilität

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Kasseler Fahrradinitiativen fordern: temporäre Radfahrstreifen jetzt!

„Bleibt zuhause“ lautet in der Corona-Krise die Devise. Die unvermeidlichen Wege legen viele Menschen nun mit dem Fahrrad zurück. Der Radentscheid Kassel sowie der ADFC Kassel Stadt und Land e.V. fordern die Stadt Kassel auf, mehr Platz auf den Straßen für aktive Mobilität zu schaffen.

Um der Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Weg zu gehen, setzen viele Menschen auf das Fahrrad als Transportmittel. Auch Experten raten zu aktiver Mobilität, um die Gesundheit zu erhalten. Das führt auf stark frequentierten Wegen dazu, dass die für den Infektionsschutz notwendigen Mindestabstände nicht eingehalten werden können, insbesondere auf den im Stadtgebiet häufig anzutreffenden schmalen gemischten Geh- und Radwegen.


Die beiden Initiativen weisen darauf hin, dass in den letzten Wochen in mehreren Städten weltweit und auch in Deutschland kurzfristige Maßnahmen getroffen wurden, um Rad- und Fußverkehr infektionssicher zu gestalten. Hierbei würden meist die durch den derzeit geringeren Kfz-Verkehr freigewordenen Flächen temporär zu Radstreifen umgewidmet, um die Situation auf dem Hochbord zu entlasten.

"In Wien werden ab Ostermontag sogar 20 Fahrbahnen komplett für den Fußverkehr freigegeben und zusätzlich 9 temporäre Begegnungszonen, in denen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, eingerichtet", berichtet Thomas Hofmann, Sprecher beim Kasseler Radentscheid.

In Kassel gibt es mehrere Abschnitte, die durch die beengten Verhältnisse im Seitenraum einen Sicherheitsabstand zwischen den sich dort bewegenden Menschen nicht möglich machen. Die Gruppierungen nennen hier beispielhaft die Weserstraße im Abschnitt zwischen Finanzamt und Katzensprung auf östlicher Seite: Dort sei die Situation durch den in beide Richtungen geleiteten Radverkehr nochmals verschärft. Gleichzeitig böte die dort fünfspurige Fahrbahn den Raum, zeitlich begrenzt ohne großen Aufwand Abhilfe zu schaffen. Das Ausweisen von temporären geschützten Radfahrstreifen - kurz: Popup-Bikelanes - sei auch aufgrund „veränderter verkehrlicher Erfordernisse“ rechtlich einwandfrei umsetzbar, analog zu Busspuren für den Schienenersatzverkehr.

"Berlin hat gezeigt, dass Popup-Bikelanes quasi über Nacht möglich sind. Auch Kassel muss jetzt handeln!", so Robert Wöhler, Vorstandskoordinator des ADFC Kassel Stadt und Land e.V. Gerade die nun vermehrt frühlingshaften Temperaturen würden zur Nutzung des Fahrrads und dem Spazieren gehen motivieren. Der Magistrat müsse sicherstellen, dass das für alle Bürgerinnen und Bürger gefahrlos möglich ist.
Man erhoffe sich deshalb seitens der Stadt ein entschlossenes und rasches Handeln, um die Alternativen zum ÖPNV schnell flächendeckend infektionssicher zu machen. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass derzeit viele Menschen keine sportlichen Alternativen zu Radfahren oder Laufen haben, müssten diese beiden Fortbewegungsmittel bevorzugt behandelt werden.


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