Bericht zur Radverkehrsförderung 2020 (02.06.2021)

Vorlage des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr am 26.05.2021

„Der erste vom Verkehrsdezernat vorgelegte Bericht zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in Kassel bringt den Stolz der Verwaltung über das Erreichte zum Ausdruck. Dass die Radfahrenden in Kassel das etwas anders sehen, macht das Ergebnis des ADFC-Fahrradklimatests 2020 deutlich, das für die Stadt insgesamt eine glatte Vier minus ergab.“ So kommentiert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Kassel Stadt und Land die kürzliche Erörterung des Berichts im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr.

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Dabei verkenne man nicht, dass sich einiges in Bewegung gesetzt habe. Wenn es allerdings bei dem von der Verwaltung vorgelegten Tempo bleibe, werde es mit der vom Oberbürgermeister propagierten Fahrradstadt Kassel noch sehr lange dauern. „Man vermisse den notwendigen Elan und den politischen Willen, eine Verkehrswende in Kassel konsequent anzugehen“, so der ADFC-Vorsitzende Robert Wöhler.

So sei bei der von der Stadtverordnetenversammlung 2019 verlangten Trennung der Verkehrsarten, insbesondere des Auto- und Radverkehrs, in 2020 keinerlei Fortschritt zu verzeichnen. Der Verkehrsdezernent habe im Gegenteil die Einrichtung von temporären Radwegen auf Hauptverkehrsstraßen mit negativem Zungenschlag als „Aktionismus“ bezeichnet, was deutlich mache, dass er offensichtlich nicht gewillt ist, dem Radverkehr auf vierspurigen Stadtstraßen mehr Platz einzuräumen. Diese Linie wurde von seiner Verwaltung so konsequent umgesetzt, dass bislang seit dem Stavo-Beschluss nicht ein einziger baulich getrennter Radweg in Kassel entstanden ist.

Genau so ärgerlich sei die Blockade der Verwaltung bei der Trennung des Fußverkehrs vom Radverkehr. Der ADFC fordert hier seit Langem die Aufhebung aller benutzungspflichtigen gemeinsamen Geh- und Radwege in der Stadt. Dort werden Radfahrende unter Androhung von Strafe zur Befahrung des Bürgersteiges gezwungen, selbst wenn sie das nicht wollen. Statt dessen plane die Stadt sogar die Neueinrichtung derartiger Radwege, womit zusätzliche Konflikte zwischen zu Fußgehenden und Radfahrenden sehenden Auges provoziert werden.


Eine weitere Auffälligkeit in dem Bericht sei das Bemühen, Radverkehrsinvestitionen in ungerechtfertigter Höhe auszuweisen, um besondere politische Aktivität für den Radverkehr vorzuspielen. So werde bei jeder Straßensanierung ein meist überzogener Anteil dem Radverkehr zugewiesen, obwohl Anlass der Sanierung in aller Regel die Bequemlichkeit für den Autoverkehr ist. Dass zum Beispiel dem Radverkehr für die Sanierung der Bürgermeister-Brunner-Straße und der dortigen Parkplätze 40% der Investitionskosten für die Gesamtmaßnahme zugerechnet würden, obwohl lediglich zwei unterbrochene weiße Linien für Schutzstreifen gezogen worden seien, könne man nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. „Bis zur allseits propagierten Fahrradstadt muss sich in manchen Köpfen noch viel ändern“ so Robert Wöhler abschließend.

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